Deutsch ist ein überflüssiges Fach, denn wir sprechen die Sprache ja alle“ ist ein oft zitierter, aus grauen Humorarchiven stammender Satz, der auch heute noch erstaunlich viele Anhänger hat. Damals in der Micky Maus war er oft auf der Witzseite – ein cleverer Schüler (meistens mit dem Namen „Karlchen“) reißt den Spruch und der Lehrer kann ob der einfachen, aber treffenden Weisheitsbekundung nur mit offenem Mund daneben stehen. Na klar, oder?  Deutsch können wir alle. Weshalb sich also darüber Gedanken machen?

Zum einen, weil Sprechen nichts Eindeutiges ist: Ein- und dieselbe Bemerkung kann man auf tausend Arten machen, die jeweils tausend verschiedene Wirkungen hervorbringen. Zum anderen ist es mit dem Sprechen gerade in unserer modernen Gesellschaft nicht getan: Auch – oder vielleicht gerade – in Zeiten von grammatikfreien Messengerdienstnachrichten und kreativorthographischen social media-Beiträgen kommt der Schriftsprache eine besondere Bedeutung zu.

 

Isst das denn so wichtig mit der Rechtsschreibung? (Finden Sie die beiden Fehler!)

Rechtschreibung, korrekte Zeichensetzung sowie die richtige Anwendung von Grammatik und Satzbau haben keineswegs soviel an Bedeutung verloren wie gelegentlich behauptet wird; die Art und Weise, wie wir Texte verfassen, entscheidet an vielen Eckpunkten unseres Lebens darüber, wie wir von anderen Menschen wahrgenommen werden. Werden wir zum Jobinterview eingeladen oder lacht der Personalchef über unsere Schreibung von

„Vorraussetzung“ in der Bewerbung? Findet die Angebetete den Liebesbrief wegen der vielen Rechtschreibfehler eher bemitleidenswert als anziehend?

Die basalen Fähigkeiten des Verfassens von Texten vermitteln wir vor allem in der Erprobungsstufe; aber auch auf dem weiteren Bildungsweg im Fach Deutsch wird immer wieder auf die Basiskompetenzen zurückgegriffen, daran erinnert, wiederholt.

 

Das brauche ich nie wieder im Leben

Analysieren muss man nur in der Schule; oft wird dies von Schülerinnen und Schülern behauptet – fälschlicherweise. Denn hinter dem Wort „Analyse“ steht nichts weiter als vertieftes Textverständnis und Deutung; so oft müssen wir im wahren Leben hinter die äußere Fassade von Texten blicken. Von wem ist die Studie über Dieselautos in Auftrag gegeben? Ist die Passage im Text über die „Auswüchse des Feminismus“ ironisch gemeint oder nicht? Will die Email mit der Betreffszeile „Letzte Zahlungsauforderung“ tatsächlich einen berechtigten Anspruch geltend machen?

Derartige Lebenssituationen souverän zu meistern, kann auch ein Verdienst eines Deutschunterrichts sein, der Texte nicht nur überfliegt, sondern deutet und hinterfragt. Auch hier beginnen wir ganz früh, ganz einfach: Etwa, indem wir wissen wollen, welche Wirkung die Worte des Gedichts „plätschern“ und „prasseln“ auf uns haben. Bilden sie vielleicht den Laut des tatsächlichen Ereignisses ab und schaffen so Bilder in unserem Kopf?

 

Und dann?

Schließlich steht auch der Gedankenaustausch im Fach Deutsch auf der Liste der fachlichen Ziele: Kann ich persönlich die Einsamkeit des lyrischen Ichs in diesem romantischen Gedicht nachvollziehen? Warum ja, warum nein? Ist die Figur des Dramas etwa viel zu moralisch, um tatsächlich Empathie hervorzubringen? Warum findet die Protagonistin des Kinderbuchs keine Freunde? Ist sie wirklich zu anspruchsvoll, zu arrogant? Oder hat sie einfach nur Angst, sich zu öffnen?

 Gerade diese Denkprozesse bieten dann auch Anlässe zum Weiterspinnen; Projektideen entwickeln, Plakate erstellen, eine Zeichnung zu einer Dramenszene anfertigen, ein Standbild entwerfen, einen inneren Monolog schreiben. All diese kreativen Aufgaben gehen dann aus den gemeinsamen Überlegungen, dem Austausch hervor. Im besten Fall bringen sie Emotionen hervor, die Erinnerungen schaffen und persönliche Geschichten erschaffen, die uns vielleicht zeigen, dass „Deutsch“ doch nicht so überflüssig ist, wie so mancher glaubt.

            

 

Kolleginnen und Kollegen der Fachschaft Deutsch

Das Fach Deutsch unterrichten Frau Becker, Frau Bock, Frau Branscheid, Frau Busch-Liefke, Frau Croisé, Frau Dirmeier, Frau Emde-Bringenberg, Frau Fischer, Frau Freyse, Frau Forst, Herr Ising, Frau Klever, Herr Leven, Frau Linsner und Herr Stüwe sowie die Studienreferendare Frau Reul und Herr Rottmüller.

 

Projekte und besondere unterrichtliche Vorhaben in Klassen 5- Q2

  • Lese-/Rechtschreibüberprüfung sowie Schreibtraining für alle 5. Klassen basierend auf einem Onlineprogramm
  • Lesewettbewerb in Klasse 6
  • Teilnahme an den Aktionen zum Welttag des Buches
  • Möglichkeit zur Teilnahme an einem Zeitungsprojekt in Klasse 8
  • Vertieftes Studium verschiedener Gattungstexte in Klasse 9: Lyrik, Drama, Ganzschrift
  • Sorgfältige und detaillierte Vorbereitung auf die Zentrale Prüfung in Klasse 10 zum Erwerb des Mittleren Schulabschlusses

 

Schülerstimmen: „Was gefällt mir am Fach Deutsch?“

 

Ich war dem Fach Deutsch gegenüber nicht immer allzu enthusiastisch eingestellt. Bis vor wenigen Jahren lag der Fokus ausschließlich auf der Grammatik, was mich nicht großartig interessierte. Jedoch kam es über die letzten Jahre, in höheren Klassen, zu einer Veränderung. Nun fingen wir an, mehr und anspruchsvolle Texte zu lesen und zu analysieren. So wurde uns Literatur nähergebracht, die wir sonst wahrscheinlich nie gelesen hätten. Ebenso wurde uns beigebracht, uns mit besagten Texten unter besonderer Beachtung bestimmter Details zu befassen.

Ich persönlich sehe die Literatur, welcher ich außerhalb der Schule begegne, nun durch diese Kenntnisse oft in einem völlig anderen Licht. Ich achte auf Dinge, die mir vorher nie aufgefallen wären und finde Sinn, wo ich vorher das Gegenteil gefunden hätte.

Jan Moritz

Ich finde am Fach Deutsch gut, dass es vielseitig ist. Von Gedichtanalysen bis zu Argumentationen, von Berichten bis zu Bewerbungen und Analysen politischer Reden. Aber am besten finde ich, dass man durch dieses Fach seine Sprach- und Schreibkompetenz erheblich verbessern kann. Diese Ziele sind wichtig für die Zukunft – sich in jeder Situation gewählt, produktiv und angemessen äußern zu können. Im Deutschunterricht werden viele Gedichte behandelt, die von bekannten Dichtern wie von Johann Wolfgang von Goethe verfasst wurden. Diese großartigen Gedichte zu analysieren und sich die Frage zu stellen: „Was will der Dichter sagen und welche Beweggründe hatte er dafür?“ gefällt mir am besten.

Soufian Khennousse

Ich mag das Fach Deutsch, da Deutsch meine Muttersprache ist und die Sprache das wichtigste Mittel des Menschen ist, sich mitzuteilen. Ich denke und träume in der deutschen Sprache. Durch das Fach Deutsch kann ich mich besser verständigen, meine Gefühle besser verbalisieren und andere Menschen verstehen. Außerdem werden mir durch die deutsche Sprache Dinge ermöglicht wie das Lesen eines Buchs oder das Schauen eines Films. Das Fach Deutsch hilft mir, eine Figur in einem Buch oder Film zu verstehen, weil ich in diesem Fach gelehrt werde, wie man Charaktere deutet. Des Weiteren hilft mir das Fach Deutsch in meinem späteren Berufsleben, da ich zum Beispiel gute Bewerbungen schreiben oder mich bei Vorstellungsgesprächen besser ausdrücken kann.

Leon Drinda