Seit mehr als zwei Jahrzehnten begleitet die Böning-Stiftung das GymBo. Bei ihrer Vorstandssitzung 2026 ging es darum, Bewährtes weiterzuführen, neue Ideen anzustoßen und unsere Schülerinnen und Schüler auf ganz unterschiedlichen Bildungswegen zu stärken.
Was bleibt von Schule in Erinnerung? Oft sind es nicht die Stunden im Klassenraum, sondern die Momente, die darüber hinausgehen: wenn ein selbst gebauter Roboter plötzlich wie einst der berühmte „Nr.5“ herumfährt, Schülerinnen und Schüler erstmals eine Sportgruppe anleiten oder auf einer Fahrt merken, dass sie sich auf Englisch mehr oder weniger problemlos verständigen können.
Damit solche Möglichkeiten entstehen, braucht es engagierte Menschen, gute Ideen - und manchmal auch finanzielle Unterstützung. Seit mehr als zwanzig Jahren ist die Böning-Stiftung dabei ein verlässlicher Partner des GymBo. Was mit der Idee von Altschulleiter Dr. Wolfgang Sykorra und seinem Schulfreund Dr. Lothar Böning begann – jungen Menschen kostenfreie Lernförderung zu ermöglichen, deren Familien nicht viel Geld haben –, hat sich längst zu einer vielseitigen Partnerschaft zwischen Stiftung und GymBo entwickelt. Bewährte Angebote werden dabei fortgeführt, aber auch neue Projekte kommen hinzu. Bönings persönliches Interesse an den Bildungswegen der Schülerinnen und Schüler prägt die Zusammenarbeit damals wie heute.
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elche Ideen sich lohnen und welche Projekte neue Impulse setzen können, stand auch in diesem Jahr im Mittelpunkt der Vorstandssitzung: Dr. Lothar Böning, Rainer Hagelgans und Schulleiter Lars Schnor tauschten sich zu so unterschiedlichen Themen wie Sport, Robotik, Lernförderung und individuelle Bildungswege aus. Auch Dr. Wolfgang Sykorra undSonja Klever, betraut mit der Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung, brachten als Gäste ihre langjährigen Erfahrungen und Perspektiven ein.
Ausprobieren und entdecken
Schule bietet viele Gelegenheiten, Neues zu lernen. Besonders spannend wird es, wenn Schülerinnen und Schüler ihr Wissen selbst in die Praxis umsetzen können. Genau hier setzt die Förderung der Böning-Stiftung bei den Projektentscheidungen dieses Jahres an.
Im Projektkurs Sport etwa erwerben Jugendliche im Übungsleiterbasismodul die Grundlagen, um selbst Sportgruppen anzuleiten. Bei den Robotikprojekten im MINT-Bereich wird gebaut, programmiert, getestet und getüftelt. Die Kooperation mit dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in Jahrgangsstufe 7 macht Technik dabei ganz praktisch erlebbar.
„Wir möchten unseren Schülerinnen und Schülern Gelegenheiten geben, ihr Wissen auszuprobieren und dabei zu entdecken, was sie können“, beschreibt Lars Schnor den gemeinsamen Gedanken hinter der Förderung.
Auch beim Sprachenlernen geht es darum, Wissen über den Unterricht hinaus anzuwenden. Die Cambridge Certificates bieten die Möglichkeit, Englischkenntnisse unter Beweis zu stellen. Auf der London-Fahrt wird die Fremdsprache schließlich ganz selbstverständlich zum Mittel der Verständigung; geförderte Klassenfahrten stärken zugleich das Miteinander und schaffen gemeinsame Erlebnisse, die im Schulalltag nachwirken.
Mit dem Schulmagazin „Mailbox“ und dem Projekttag zum Schuljubiläum bekommen Schülerinnen und Schüler außerdem Gelegenheit, ihre Schule selbst aktiv mitzugestalten. So entstehen Projekte, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern Identifikation schaffen und eigene Ideen sichtbar machen.
Nicht nur das Ergebnis zählt – sondern auch der Weg dorthin
Ein besonderer Höhepunkt der Stiftungsarbeit ist der neue Lothar-Böning-Stiftungspreis. Er wurde erstmals zum Abitur 2026 vergeben und ist mit 150 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden besondere Bildungswege, bei denen sprachliche, kulturelle oder biografische Herausforderungen gemeistert wurden.
Denn ein Abschlusszeugnis erzählt längst nicht die ganze Geschichte. Es zeigt Noten und Ergebnisse, aber nicht immer, welche persönlichen Hürden auf dem Weg dorthin überwunden werden mussten. Eine neue Sprache lernen, sich in einem ungewohnten schulischen Umfeld zurechtfinden oder trotz schwieriger Lebensumstände konsequent an den eigenen Zielen festhalten.
Genau diese Leistungen möchte der Stiftungspreis sichtbar machen. Er würdigt nicht allein das erreichte Ziel, sondern vor allem den persönlichen Einsatz und den Weg dorthin. Damit knüpft er unmittelbar an den ursprünglichen Gedanken der Stiftung an: jungen Menschen, die es nicht immer leicht hatten, Chancen zu eröffnen und ihre Entwicklung zu unterstützen.
Kooperation mit dem hauseigenen Förderverein
Bei aller Begeisterung für neue Ideen bleibt auch das wichtig, was sich am GymBo seit Jahren bewährt hat. Die Lernförderung sowie verschiedene Angebote zur Berufsorientierung gehören weiterhin fest zur Stiftungsarbeit. Und dass gelungene Projekte mehr brauchen als eine gute Idee, zeigt auch die Zusammenarbeit mit dem hauseigenen Förderverein. Bei einem gemeinsamen Treffen in diesem Jahr stimmten Böning-Stiftung und Förderverein ihre Projektbegleitung und finanzielle Unterstützung miteinander ab, um Kräfte zu bündeln und Vorhaben gezielter zu begleiten.
Das GymBo-Motto „Gemeinsam:Besser“ spiegelt sich so auch diesjährig in der seit zwei Jahrzehnten währenden Stiftungsarbeit profiliert wider. Was aus diesem Engagement entsteht, lässt sich nicht allein in Förderbeträgen oder Projektlisten messen. Es zeigt sich im Schulalltag: wenn ein Roboter wie einst „Nr.5“ zum Laufen kommt, Jugendliche einander unterstützen und neue Perspektiven möglich werden.
Text: Sonja Klever
