Bilingualer Unterricht

«Englisch - das ist doch nur langweiliges Vokabellernen.»    Warum sollte man sich das durch die Wahl des Bilingualen Bildungsgangs über das übliche Maß hinaus antun, am GymBo nämlich ein bis zwei Stunden mehr in der Erprobungsstufe und später noch durch deutsch-englischen Unterricht in den Sachfächern Erdkunde und Geschichte?

Weil Englischlernen Spaß macht und natürlich weitaus mehr ist als lebensfremdes Auswendiglernen von Vokabeln. Denn man kann sich durch den Englischunterricht plötzlich mit fremden Menschen im Urlaub unterhalten, auf einmal verstehen, worum es in seinem Lieblingssong geht und endlich den Spruch begreifen, den man auf seinem Sweatshirt seit Wochen in die Welt sendet.

„Ich habe den Bilingualen Zweig gewählt, damit ich mich besser in anderen Ländern verständigen kann, weil Englisch eine Weltsprache ist.“  Justus Heyroth

Aber warum der bilinguale Zweig? Englisch lernt man doch auch so. Das stimmt natürlich. Doch der Bilinguale Zweig ermöglicht ein vertieftes Lernen der englischen Sprache. Ähnlich wie im neunjährigen gymnasialen Bildungsgang hat man einfach mehr Zeit in den Klassen 5 und 6 – zum Beispiel, um Projekte auf Englisch durchzuführen, englische Lieder zu üben, um eine lustige oder spannende Lektüre zu lesen oder ein kleines Theaterstück zu proben und aufzuführen. Die englische Sprache wird dadurch lebendig – es ist uns wichtig, dass unseren Schülerinnen und Schülern bewusst wird, dass es sich um eine von echten Menschen in echten Kommunikationssituationen gesprochene Sprache handelt. Und sehr bald erreichen unsere Schülerinnen und Schüler in der Erprobungsstufe auch ein Niveau, das es ihnen erlaubt, sich ebenfalls in authentischen Situationen in der Fremdsprache ausdrücken zu können.

„Ich würde den Bilingualen Zweig wieder wählen, weil man flüssiger spricht und dann einen größeren Wortschatz hat.“ Jonah Steib

Ein wenig später kommen zunächst das Fach Erdkunde und dann das Fach Geschichte hinzu: Hier wird Sachwissen auf Englisch vermittelt. Unsere Schülerinnen und Schüler lernen dort etwas über die Welt und ihre Geschichte  – zum Beispiel über die Vielfalt Europas und die Landschaften der Welt, über die Industrielle Revolution in Deutschland und England oder den Fall der Berliner Mauer.

Im Bilingualen Sachfachunterricht geht es entsprechend in erster Linie um die „Sache”, das primäre Ziel ist die Vermittlung von Wissen. Daher auch das Motto:                      Content is driving, language is the passenger – während der Sachinhalt „fährt, fungiert die Sprache sozusagen als Beifahrer. 

Schließlich sind die Inhalte des Bilingualen Sachfachunterrichts auch genau die gleichen wie im deutschen Erdkunde- oder Geschichtsunterricht. Befürchtungen, dass durch einen „englischen Spezialunterricht” die normalen Inhalte der Sachfächer zu kurz kommen oder gar ausgeklammert würden, sind daher gegenstandslos. Die Schülerinnen und Schüler lernen im Bilingualen Sachfachunterricht genauso viel über Deutschland und seine Geschichte wie im normalen, auf Deutsch abgehaltenen Unterricht. 

Und doch geht der Bilinguale Sachfachunterricht über den einsprachig-deutschen Unterricht hinaus: Unsere Schülerinnen und Schüler lernen, wie man Karten, Tabellen, Statistiken auf Englisch erklärt. Dass sie sich dabei zusätzliches Wissen über die Verwendung der englischen Sprache und auch über ihre Kultur aneignen, ist ein durchaus nicht zufälliges Begleitziel. Dabei wird aber keineswegs nur auf Englisch unterrichtet: Anders als im reinen Englischunterricht hat im Bilingualen Sachfachunterricht auch das Deutsche hat seinen Platz; die Schülerinnen und Schüler werden dabei in die Lage versetzt, kompetent beide Sprachen einzusetzen und Sachverhalte auf Deutsch wie auf Englisch erklären zu können. Dies ist prägend für den Einfluss des Bilingualen Bildungsgangs auf unsere Schülerinnen und Schüler, die am Ende der Sekundarstufe I oftmals exzellente, weit über dem Durchschnitt liegende  Leistungen in Englisch, den Bilingualen Sachfächern sowie auch in anderen Fächern zeigen. Denn unser Bilingualer Zweig schafft oftmals Synergie-Effekte: Spaß am Unterricht generiert Spaß am Lernen allgemein und festigt bei unseren Schülerinnen und Schülern ein Selbstbild, in welchem die Begriffe „Leistung“ und „Lernen“ positiv besetzt sind.

„Ich finde den Bilingualen Zweig gut und würde ihn wieder wählen, da es Spaß macht, Englisch zu reden. Außerdem waren wir auf Klassenfahrt in England.“ Jonas Müller

Die Progression ist dabei sanft: Niemand braucht Angst zu haben, in der 5. Klasse Massen von Vokabeln lernen zu müssen oder gar Karten auf Englisch auszuwerten. In der Erprobungsstufe wecken wir den Spaß am Englischen, fördern kommunikative Kompetenzen und sichern ein solides Regel- und Grammatikwissen in Sprache und Schrift. Erst, wenn unsere Schülerinnen und Schüler für den nächsten Schritt bereit sind, wagen wir uns ab Klasse 7 hinaus in die Welt der Klimazonen, der Länder und Städte sowie ab Klasse 9 auch ihrer Geschichte. (Schauen Sie sich hier die genaue Übersicht der Unterrichtsinhalte an.)

„Ich habe den Bilingualen Zweig gewählt, da ich denke, dass Englisch als Weltsprache sehr wichtig ist und fast überall gesprochen wird.“   Joel Mernitz

Das hilft in Ausbildung und Beruf: Viele Eltern sehen längst die Möglichkeiten und Chancen einer bilingualen Ausbildung. Statt das Interesse des Nachwuchses an der allgegenwärtigen Sprache mit dem Konsum von Youtube-Clips, Blogs oder Songs sich selbst zu überlassen, transportieren sie das Interesse der Kinder weiter in den schulischen Sektor. Das hat oft große Auswirkungen: Unsere Absolventinnen und Absolventen des Bilingualen Bildungsgangs können sich selbstbewusst im Ausland und in von Internationalität geprägten Situationen bewegen und dabei die Anforderungen an Small Talk bei der Party ebenso bewältigen wie die Teilnahme an Universitätsvorlesungen oder Meetings in der englischen Sprache. Dabei geht es auch, aber nicht nur um Spezialwissen: Man muss nicht Manager werden, um mit den im Rahmen eines bilingualen Bildungsgangs erworbenen Kompetenzen zu punkten. Oftmals muss nur schnell eine Email geschrieben, ein Prospekt erstellt, eine Konstruktionsanweisung verstanden, ein Sachverhalt erklärt werden. Wer das kann – ohne großes Nachschlagen, Nachdenken, Nachfragen und Neuanfangenmüssen – ist nicht gerade im Nachteil.

„Ich habe den Bilingualen Zweig gewählt, weil ich der Meinung bin, dass Englisch die wichtigste Sprache ist und es später im Leben praktisch sein wird, wenn man sich überall verständigen kann.“ 

Arthur Gawronski

Am Gymnasium Borbeck bieten wir daher auch viele Projekte an, welche die Freude am Englischen und das Wissen unserer Schülerinnen und vertiefen können:

Diese sind

 

„Ich habe den Bilingualen Zweig gewählt, weil ich überall klarkommen möchte. Als Beispiel durften wir auf Klassenfahrt nach England fahren.“ Furkan Kumas

Bilinguales Abitur:

Wenn man am Ende der Schullaufbahn ein Bilinguales Abitur ablegen möchte, muss man den Leistungskurs Englisch anwählen sowie ein Bilinguales Sachfach als drittes oder viertes Abiturfach belegen. Das Bilinguale Abitur wird mit einem besonderen Vermerk auf dem Zeugnis bescheinigt und bei vielen Arbeitgebern als besondere Qualifikation angesehen.

„Ich habe den Bilingualen Zweig gewählt, weil ich mehrere Sprachen lernen und im Ausland studieren möchte.“ Yousef Hashem

Sicheres Englisch öffnet uns Türen, durch die man beliebige Wege gehen kann. Es hilft uns in Freizeit und Beruf, kann uns zu eloquenten Gesprächspartnern machen und bietet uns Zugang zu jeder Form von Texten, die wir in den modernen oder auch in den traditionellen Medien finden. Unser Bilingualer Bildungsgang kann dazu beitragen, Ziele wie „annähernde Zweisprachigkeit“ (Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen, 2003) tatsächlich zu realisieren und die Idee des mehrsprachigen Europäers dem Bereich der Wunschvorstellung zu entheben.

„Ich habe Bilingual gewählt, weil ich denke, dass Englisch zu den am meisten gesprochenen Sprachen der Welt gehört und sehr nützlich für den Beruf sein wird.“  Kasper Watzlaw