Ein Wiedersehen nach sechs Jahrzehnten und ein Blick in die Zukunft

Was war eigentlich los im Jahr 1964, vor 60 Jahren also? Sowjet-Präsident Chruschtschow wurde überraschend abgesetzt. In den USA ging die Zeit der Rassentrennung zu Ende. Cassius Clay – später Muhammad Ali wurde Boxweltmeister im Schwergewicht. Der deutsche Alltag war von der Teilung durch die Berliner Mauer geprägt. Und? Das Gymnasium Borbeck verlieh Abiturzeugnisse, die den stolzen Abiturienten den Weg ins Leben bereiteten und den Grundstein so mancher Karriere legten. 

14 von ihnen trafen sich nun zum 6o-jährigen Jubiläum der Abiturzeugnisverleihung wieder –und obwohl das GymBo früher eine Jungenschule war, waren heute auch ihre Ehefrauen gern gesehene GästeAls die Jubilare dann mit Schulleiter Lars Schnor das Wiedersehen mit Sekt und Orangensaft feiertenentwickelte sich schnell eine anregende Diskussion zu den Chancen und Herausforderungen von SchuleWie ist die KlassenstärkeWelche Fächer werden angeboten und gibt es fachliche Schwerpunkte? Wie gestalten sich die Kontakte zur Industrie? 

Das Spannungsverhältnis zwischen Gestern und Heute – ein Leitmotiv des Nachmittags. Ein Blick auf Fotografien der damaligen Lehrer – alles Männer – zeigte etwa den Unterschied zum heutigen Kollegium und mithin den Wandel, den das GymBo wie alle Schulendurchlaufen hat. Dass der Bruder einer Besucherin der Fotograf war, spiegelte jedoch auch, was damals wie heute gilt: Die engen geografischen und sozialen Verknüpfungen im Stadtteil.

Alt-Schulleiter Dr. Wolfgang Sykorra, der auch zu den Jubilaren gehörte und daher einen besonderen, multiperspektivischen Blick auf das GymBo hat, konnte dann so manche Anekdote beisteuernEtwa, dass das GymBo gar nicht in Borbeck, sondern in Bergeborbeck genau an der Grenze zum benachbarten Stadtteil liegt oder dass der Name GymBo eigentlich daher kommt, dass man für einen Bandauftritt den langen Namen griffig verkürzen wollte. 

Im Rahmen der anschließenden Führung durch den neuen Gebäudetrakt mit Veranstaltungs- und Kunstbereich wurde dann auch evident, wie prägend die Schulzeit ist – der Sportlehrer von damals, der seine Schüler zum Barfußlaufen im Schnee schickte, wurde kritisch belächelt, die Lehrmethoden reflektiert, Fragen und Probleme von heute und damals benanntDie Schulzeit – darin waren sich alle Teilnehmenden einig – bildet einen prägenden Baustein in der Biografie eines jeden Menschen. Umso schöner, wenn man auch nach 60 Jahren noch an die gemeinsame Wirkungsstätte zurückkommen will. 

Unsere Schulzeit prägt nicht nur unser Wissen, sondern auch unsere individuellen Ressourcen und sozialen Kompetenzen“, sagt auch Schulleiter Lars Schnor. „Daraus erwachsen dann Fragen nach der persönlichen Lebensgestaltung und der Sinnhaftigkeit des eigenen Wirkens.“ Mit diesen Fragen hat sich auch Dr. Lothar Böning auseinandergesetzt, der neben Wolfgang Sykorra der andere GymBo-interne Promi des 64er JahrgangsistMit dem Abiturjubiläum kann der Arzt gleichsam auf zwei Jahrzehnte Böning-Stiftung zurückblicken, in welchen er vor dem Hintergrund eines großzügigen Stiftungsvolumens Nachhilfe finanzieren, Fahrten unterstützen und viele schulische Projekte vom Schulmagazin „Mailbox“ bis zur Übermittagsbetreuung an der Wüste unterstützen konnte. 

So ist die Verbundenheit unter den Absolventen des Gymnasiums Borbeck ungebrochen. Sie planen bereits ein nächstes Treffen, vielleicht in 10 Jahren, vielleicht schon in 5? Ihre gemeinsame Zeit am GymBo hat nicht nur Erinnerungen geschaffen, sondern auch lebenslange Freundschaften kreiert, Motivationen und Karrieren befördert sowie – und das nicht zuletzt - Inspirationen für die kommende Generationen geschaffen.  

Text und Fotos: Sonja Klever

Maastricht: Meet Europe

20 GymBo Schülerinnen und Schüler aus den 8ten Klassen treffen sich in der niederländischen Stadt Maastricht mit 17 Schülerinnen und Schülern einer französischen Schule aus Luxemburg – ein kleines, aber feines europäisches Projekt am GymBo.

Nach einer 3-jährigen Pause hatten unsere Französischschülerinnen und -schüler endlich wieder die Gelegenheit, an einer Art Frankreichaustausch teilzunehmen. Und selbst, wenn der diesjährige Austausch nicht in Frankreich stattgefunden hat, so bot doch diese Begegnung ganz viele Chancen sich untereinander auszutauschen, gemeinsame Erfahrungen zu machen, die jeweilige Fremdsprache zu sprechen und einfach eine gute Zeit miteinander zu haben.

Seit Beginn des Schuljahres besteht der Kontakt zwischen den deutschen und luxemburgischen Schülerinnen und Schülern. Schon vor dem ersten Treffen haben sie sich einige Male geschrieben, sich vorgestellt, sich über ihre Freizeit und Hobbies ausgetauscht und typisch deutsche und luxemburgische Besonderheiten präsentiert. Jetzt sollten sie sich endlich persönlich treffen und auch einige Tage miteinander verbringen.

Treffpunkt war der Aachener Hauptbahnhof und der gemeinsame Besuch der Stadt Aachen bildete den ersten Programmpunkt. Mit einer - natürlich zweisprachigen - Stadtrallye machten sich die Schülerinnen und Schüler auf Entdeckungstour und folgten den Spuren Karls des Großen – oder waren es eher die Spuren von Charlemagne? 

 Bei einem gemeinsamen Picknick am Aachener Elisenbrunnen waren sich alle schnell einig: das Heilwasser in Aachen mochte zwar gratis sein, besonders schmackhaft war es aber ganz bestimmt nicht. Da waren die Aachener Printen schon besser, zumindest die tollen Schaufensterauslagen!

          
     

Zum Abschluss ging es in den Dom, in das Weltkulturerbe der Stadt Aachen. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich sichtlich beeindruckt von seinen strahlenden Bögen und unzähligen goldenen Verzierungen und nicht zuletzt von dem Schrein Karls des Großen.

Und dann machte sich die Gruppe weiter auf den Weg nach Maastricht, und zwar zunächst in die Unterkunft. Das Stayokay Hostel, direkt an der Maas gelegen, traf genau den Geschmack der Jugendlichen. In der gemütlichen Atmosphäre des Hotels mit seinen vielen großzügigen Sitzecken, in denen ungestört von Werwolf über UNO bis zu Vier Gewinnt alles gespielt werden konnte, fühlten sich die Schülerinnen und Schüler schnell pudelwohl. Auch die abwechslungsreiche Küche mit Burger, Pizza oder Mexikanischem Abend kam bei den Jugendlichen gut an.

 

Am zweiten Tag führte eine weitere Rallye die Jugendlichen dann entlang der Maas und durch die Einkaufsstraßen und Gassen der Stadt Maastricht.

     

 

Die Ergebnisse, die die deutsch-französischen Gruppen auch dabei erarbeiteten, bildeten die Grundlage für die späteren bilingualen Präsentationen.

      

 

Hierbei lernten die Jugendlichen natürlich einiges über die Lage und Bedeutung der Stadt Maastricht; gleichzeitig tauschten sie sich in den Fremdsprachen aus, einigten sich auf passende Fotos, beschrifteten diese, feilten an den richtigen Formulierungen und übten den freien Vortrag. Die Schülerinnen und Schüler merkten schnell, wie sie dabei voneinander lernen und profitieren konnten, denn schließlich musste der französische Part von den deutschen Schülerinnen und Schülern präsentiert werden und der deutsche Teil von den französischen Austauschpartnern.

Aber neben den Arbeitsphasen gab es auch immer wieder Freiräume, die die Schülerinnen und Schüler nutzten um in Kleingruppen die Stadt selbstständig zu erkunden oder gemeinsam freie Zeit miteinander zu verbringen.

Den Abschluss der 4-tägigen Begegnung bildete der Besuch des Deutschen Sport & Olympia Museums in Köln, denn Frankreich steht aktuell ja ganz im Zeichen der Vorbereitung auf die JO, d.h.  die Jeux Olympiques de Paris 2024 oder schlicht die Olympischen Sommerspiele. Hier ließen sich die deutschen und französischen Jugendlichen von den zahlreichen Ausstellungsstücken unterschiedlichster Sportarten beeindrucken, nutzten aber vor allem die vielen Aktivstationen. Einige Schülerinnen und Schüler probierten den Turnparcours, andere die Weitsprunganlage oder sogar den Boxring oder übten sich im Gewichtheben.

Nach vier spannenden und sehr abwechslungsreichen Tagen hieß es dann am Kölner Hauptbahnhof mit viel Wehmut „Au revoir“ und „Auf Wiedersehen“. Sicher werden bis zum Ende des Schuljahres noch einige Nachrichten, Mails und Briefe ausgetauscht werden; und wer weiß, vielleicht macht sich der ein oder andere auch auf den Weg nach Essen Borbeck oder vielleicht sogar nach Luxemburg?

Begleitet wurden die 20 GymBo Schülerinnen und Schüler übrigens von ihren Französisch-Lehrerinnen Frau Gottschlich und Frau Ackermann.

Und weil eine solche Begegnung mit Eintrittsgeldern, Fahrtkosten und Raumieten immer auch einen Preis hat, haben der Förderverein der Schule und die Lothar-Böning-Stiftung dieses Projekt großzügig finanziell unterstützt. Ohne diese Unterstützung hätten wir diese Fahrt so nicht durchführen können.

Herzlichen Dank dafür!

Ursula Ackermann

Wird die Zukunft neu definiert durch die vielfältigen Potenziale der Digitalisierung? GymBo-Lehrer und MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) - Beauftragter Ertan Fidan ist sich sicher, dass Ausprobieren und Tüfteln mit den Möglichkeiten der digitalen Welt kreative Ideen für eine moderne Zukunftsgestaltung freisetzen.Doch moderne Techniken sind kostspielig – als Dr. Tobias Grimm von der Uni Bochum dem Physiklehrer eine Zusammenarbeit anbot, zögerte dieser daher nicht lange. So stellt die Fakultät Maschinenbau der RUB dem GymBo ab sofort einen 3D-Drucker sowie Materialien für ein komplettes Jahr kostenlos zur Verfügung.  Unter der Leitung Herrn Fidans werden die Impulse dieser neuen Technologie nun genutzt, um eine AG ins Leben zu rufen, in deren Rahmen Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, ihre informatischen, physikalischen und technischen Fertigkeiten zu schärfen.

Doch das ist noch nicht alles. In enger Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität werden Wettbewerbe ausgeschrieben, die den Schülerinnen und Schülern die Chance bieten, ihr Können unter Beweis zu stellen und gleichzeitig Interesse für den Maschinenbau zu wecken. „Der Drucker ist ein weiterer wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer digitalen Schule", sagt Fidan. „Durch diese Zusammenarbeit eröffnen sich für uns als Schule zudem Einblicke in die Welt von Universitäts- und Berufsleben, von denen sich unsere Schülerinnen und Schüler inspirieren lassen können.“

B. Zaschke, E. Fidan und Dr. Tobias Grimm

Was aber macht den 3D-Druck so besonders? Diese Technologie ermöglicht es, dreidimensionale Objekte aus einer Vielzahl von Materialien herzustellen, angefangen von Kunststoffen über Metalle bis hin zu biologischem Gewebe. Mit Hilfe von Computermodellen können komplexe Formen und Strukturen erstellt werden, die mit herkömmlichen Fertigungsmethoden oft schwer zu realisieren wären. Der wahre Mehrwert des 3D-Drucks fürs GymBo liegt jedoch nicht nur in seiner Vielseitigkeit, sondern auch in seinem Potenzial, die Kreativität und Problemlösungsfähigkeiten der Lernenden zu fördern.

Die Partnerschaft zwischen GymBo und der Ruhr-Universität ist daher mehr als nur eine technologische Initiative. Sie kann auch Sprungbrett für die Zukunft des Lernens sein, die es Schülerinnen und Schülern ermöglicht, ihre Talente zu entdecken und zu entfalten. Und in einer Welt, die sich immer schneller wandelt, ist die Fähigkeit, kreativ zu denken und innovative Lösungen zu finden, gewiss wichtiger denn je.

Text und Fotos: Sonja Klever

Schonmal von einem Schurken namens Palpatine gehört? Wie unterscheidet sich Bio-Diesel von normalem Diesel? Was hat Taylor Swift mit American Football zu tun? Und wie viele Pfadfinder gibt es eigentlich in Deutschland?

Wer auf diese Fragen bislang nur mit einem Schulterzucken reagieren konnte, wurde am Präsentationsabend des Drehtürprojekts von den beteiligten Zehntklässler/innen nachhaltig erleuchtet. Ursprünglich von Frau Koch ins Leben gerufen, nahm Frau Holtschneider den Faden nach der langen Pandemiepause in diesem Schuljahr wieder auf und lud besonders begabte Schülerinnen und Schüler ein, den Regelunterricht für eine Stunde in der Woche zu verlassen, um in dieser Zeit an eigenen Projekten und Interessen zu arbeiten. Für den Englischunterricht konzipiert, weitete das GymBo sein Projekt auch auf begabte Naturwissenschaftler/innen aus, die gern forschen und ihre Ergebnisse preisgeben.

Nun war es wieder soweit: Die Nachwuchswissenschaftler/innen präsentierten die Ergebnisse ihrer Arbeit und konnten mit einer beeindruckend vielfältigen Angebotspalette zwischen Popkultur und Sport, Traditionspflege und Kulturanalyse, Chemie- und Sportwissen punkten.

Als erstes nahm Lenni die Zuschauer mit auf das Spielfeld des American Footballs - warum dieser Sport eine solch breite Zuschauerbasis hat und wie er die Herzen von Millionen von Fans weltweit erobert hat, erläuterte der Football-Fan augenzwinkernd und mit einer Prise Humor. Dabei erfuhren die Zuhörenden auch, warum Lenni den Sport liebt, aber nicht selbst betreibt und dass Tom Brady als einer der legendärsten Quarterbacks die Beliebtheit des Sports maßgeblich geprägt hat. Ob NFL-Star Travis Kelce auch so bekannt wäre, wenn er nicht mit Megastar Taylor Swift liiert wäre, ließ Lenni gleichwohl offen.

Levi, der mit seiner Liebe zur Galaxie weit über die Grenzen des Klassenzimmers hinaus reiste, widmete seinen Vortrag der Frage: „Wer ist der übelste Schurke im Star Wars Universum?" Wer jetzt nicht direkt mit „Palpatine“ antworten konnte, wurde von Levi in bestem Englisch in die Tricks von Macht und Manipulation eingeführt, mit der Palpatine das Gute pervertiert und Demokratien stürzt. So entführte er das Publikum auf eine Reise durch die dunklen Ecken der weit entfernten (oder vielleicht ganz nahen) Galaxie und erhellte die komplexen Charaktere, die sie bewohnen.

Emma, deren Abenteuerlust und Entdeckergeist sie bereits auf die britische Kanalinsel Guernsey und nach Skandinavien führten, enthüllte den erstaunlichen Umfang der Pfadfinderbewegung in Deutschland. Über 200.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder streifen durch unsere Wälder und Städte, bereit, die Welt zu entdecken und einen positiven Beitrag zu leisten – eine erstaunliche Zahl. Den Wert der Gemeinschaft und des Zusammenseins hob die Zehntklässlerin, die diese Leidenschaft von ihrem Vater übernommen hat, dabei besonders hervor und zeigte, dass „Scouting“ auch für heutige Jugendliche eine gewinnbringende Form der Freizeitgestaltung sein kann.

Nach so viel Englisch konnte Anton mit naturwissenschaftlichem Wissen – und das sogar auf Deutsch – punkten. Mit seiner umfassenden Erklärung zu Biodiesel bewies er, dass „Nachhaltigkeit“ kein inhaltsarmes Schlagwort sein muss; indem er in die Grundlagen der Herstellung einführte, eröffnete er dem Publikum neue Perspektiven zu den ökologischen Vorteilen dieses alternativen Kraftstoffs. Dabei betonte er, dass Biodiesel aus erneuerbaren pflanzlichen Quellen hergestellt wird, was zu einer Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und zu einer Verringerung der Treibhausgasemissionen führt.

So verließen die Zuschauenden die kurzweilige Präsentationsrunde mit dem Eindruck, dass das Drehtürprojekt am GymBo nicht nur eine Plattform für herausragende Schüler ist, sondern auch ein Schauplatz für Neugierde und Kreativität. Durch die Förderung individueller Projekte und Ideen ermutigt es junge Menschen, ihre Talente zu entfalten. In einer Welt, die von Innovation und Wandel geprägt ist, können es Initiativen wie diese sein, die den Weg für eine vielversprechende Zukunft ebnen.

Text und Foto: Sonja Klever

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