In diesen Tagen sind unsere achten Klassen tageweise bei der AWO im Lore-Agnes-Haus. Lore Agnes war sozialdemokratische Politikerin und Frauenrechtlerin aus dem Ruhrgebiet. Heutzutage wird der Lore-Agnes-Preis für Projekte zur Gleichstellung von Frauen und Männern verliehen.

So finden unter Anleitung einer Sexualpädagogin und eines Sexualpädagogen in gemeinsamen wie geschlechtergetrennten Workshops sexuelle Aufklärung und die Stärkung der sexuellen Selbstbestimmung statt.

Unsere Schülerinnen und Schüler haben viele Fragen stellen und Unklarheiten beseitigen können, sind nun mit Methoden der Prävention und im Umgang mit möglichen Herausforderungen intensiver vertraut.
 
Text und Fotos: Florian Kalytta

Am Freitag schlossen wir als Schulgemeinschaft die Zeit vor den Osterferien mit einem Gottesdienst ab. Dazu warfen die katholischen Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs einen Blick in die nahe Zukunft, da die Feier von Leiden, Sterben, Tod und Auferstehung Jesu kurz bevorsteht. Grundlage für die szenische Darstellung der Auferstehung war eine entsprechende Bibelstelle aus dem Johannesevangelium, die vom plötzlich leeren Grab erzählt. Nach gemeinsamen Überlegungen zur Bedeutung von Ostern folgten die Fürbitten, das Vaterunser und der Segen durch Pfarrer Banken mit Don-Bosco-Schwester Birgit.

 

Florian Kalytta und Laura Vuksiv

Exkursion in das EL DE Haus am 7. Februar 2024

 

An einem verregneten Mittwochmorgen erreichten zwei Grundkurse der aktuellen Q2, der Deutschkurs von Herrn Limbeck und der bilinguale Geschichtskurs von Herrn Dr. Hüning, pünktlich den Kölner Hauptbahnhof. Einen Tag vor dem offiziellen Beginn des Karnevals bot die Stadt bereits prägnante Einblicke in diese schillernde Tradition. Davon weitgehend unberührt gelangten wir zu einem eindrucksvollen Gebäude, das gerade noch in Sichtweite des Kölner Doms gelegen ist. Das sogenannte EL DE Haus (gesprochen: L-D-Haus), das seinen Namen den Initialen seines Erbauers Leopold Dahmen entliehen hat, ist eindeutig als repräsentatives Gebäude erbaut worden.

  
Mehr als 10 Menschen mussten in solch einer Zelle  
ausharren und konnten nur in Schichten schlafen.  

Dieses Haus wurde noch im Rohbau im Sommer 1935 von der nationalsozialistischen Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in Beschlag genommen und ab dem Winter 1935 genutzt. Nur vier Tage bevor amerikanische Soldaten in Köln am 6. März 1945 einmarschierten, floh die Gestapo. Mitten im Herzen der Stadt befand sich dieses Gebäude auch in direkter Nachbarschaft des Polizeipräsidiums, des Gerichtsgebäudes und des Zentralgefängnisses. Dies erlaubte in den folgenden Jahren eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen, um die verschiedenen und sich verändernden Gruppen ins Visier des NS-Regimes zu nehmen. Die Gestapo richtete Büros in den oberen Etagen ein und in einem Kellergeschoss wurde ein Hausgefängnis mit zehn Zellen geschaffen. In dem knappen Jahrzehnt ihrer Arbeit war die Gestapo dafür verantwortlich, dass das EL DE Haus zu einem Symbol der NS-Terrorherrschaft in Köln wurde.

Als politische Polizei des NS-Regimes verfolgte die Gestapo verschiedene Bevölkerungsgruppen (z.B. Kommunisten, Sozialisten und Juden), die als angebliche rassische oder politische Feinde der NS-Volksgemeinschaft galten. In den Worten des United States Holocaust Memorial Museums war die Gestapo „stets ein brutales Werkzeug zur Durchsetzung der radikalsten Aspekte der NS-Politik“. Diese Dimension wurde bei unserem Besuch unmittelbar deutlich und erfahrbar. Zu Beginn der 90-minütigen Führung durch die weitläufigen Räumlichkeiten der ehemaligen Gestapozentrale wurden den Schülerinnen und Schülern zunächst die Gefängniszellen im Kellergeschoss gezeigt.

Hier sind circa 1800 Aufzeichnungen, Inschriften und Zeichnungen der Gefangenen erhalten geblieben, die von vielen erschütternden Schicksalen der Frauen, Männern und Kindern, die hier in den letzten Kriegsjahren gefangen gehalten und gefoltert wurden, zeugen. Es war aufschlussreich zu erkennen, dass hier neben deutschen vor allem ukrainische, russische und französische Botschaften zu lesen waren. Das liegt daran, dass hier in den letzten Kriegsjahren vor allem Zwangsarbeiter aus den unterschiedlichsten besetzten Ländern untergebracht waren, die im Kölner Raum in der Industrie eingesetzt wurden.

Besonders eindrücklich für uns war das Schicksal der 25-jährigen Französin Marinette, die ab 1944 als Hausmädchen in einer deutschen Familie arbeitete. Da diese Familie Gegner des NS-Regimes war, bedeutete ihre Verhaftung im Dezember 1944, dass Marinette im Gestapogefängnis inhaftiert wurde. Marinette war im achten Monat schwanger. Kurz nach der Geburt ihrer Tochter Christiane im Januar 1945 wurde Marinette zurück in das Gestapogefängnis gebracht. Ihre Tochter wurde bei Nonnen untergebracht. Marinette dokumentierte ihre Erlebnisse und Gedanken in vielen sehr ausführlichen Inschriften. Erst als 17-Jährige hatte Christiane von ihrer Mutter erfahren, dass sie in Köln geboren wurde. Bis 1987 hatte sie jedoch nichts von der Gestapohaft ihrer Mutter gewusst. Marinette hatte überlebt, doch die Erinnerungen an die Gestapohaft waren so qualvoll, dass sie darüber nicht zu sprechen vermochte.

Im Vergleich zu der beklemmenden Enge der Gefängnistrakte erschien die Ausstellung in den oberen Etagen des EL DE Hauses sehr ausgedehnt. Zahlreiche authentische Ausstellungsobjekte aus der NS-Zeit erlauben es hier die Herrschaft dieses Regimes im Kölner Raum nachzuvollziehen. Nach der Führung hatten die Schülerinnen und Schüler leider nur noch wenig Zeit, sich selbstständig in der Ausstellung umzusehen.

Im Anschluss trafen wir uns zu einer Aussprache über das gerade Erlebte im Erdgeschoss wieder. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich sichtlich beeindruckt so wie zum Beispiel Amne Al Salmi:

“Our visit to the EL DE house was incredibly interesting and impactful as it solidified and underlined the topics of the Second World War that we've been learning about in school. Seeing the living conditions and hearing the stories of the victims of the Gestapo in the same place where these events occurred made the entire topic feel more real and immediate compared to just reading about it in school. Personally, the stories of the inmates were the most striking to hear about since they were lesser-known narratives that I hadn't encountered before. It's crucial to acknowledge these stories and remember and honour these names so that they won't be forgotten, thereby helping to prevent injustices like those perpetrated by the Gestapo from occurring again in a similar manner. All in all, this was a very meaningful and memorable trip that changed my perspective on the measures taken during WW2."

 

Text und Fotos: Dr Lars-Christopher Hüning

Quellenangaben:

- Internetseite des NS-Dokumentationszentrums EL-DE-Haus der Stadt Köln:

  https://museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/default.aspx?s=333, aufgerufen am 20.02.2024.

- United States Holocaust Memorial Museum. “Die Gestapo: Übersicht”, Holocaust Enzyklopädie.

  https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/gestapo, aufgerufen am 20.02.2024.

Wiedersehensfreude beim Atlanta-Gegenbesuch

Kaum jemand würde es glauben, wenn er hört, dass unser Austauschprogramm mit den USA schon seit fast 30 Jahren stattfindet. Denn schon im Jahr 1995 begann der Austausch mit verschiedenen Schulen aus dem Großraum Atlanta. Seit 2005 findet das Programm alle zwei Jahr mit der Centennial High School statt, so dass wir im nächsten Jahr gleich zwei Jubiläen feiern können: 30 Jahre USA-Austauschprogramm für unsere Schüler*innen und 20 Jahre erfolgreiche Kooperation mit der Centennial High in Roswell.

Nach dem Ausfall des Gegenbesuchs im Jahr 2020 aufgrund der Corona Pandemie, waren wir umso glücklicher, dass wir uns dieses Mal wieder für die tolle Zeit in Atlanta mit einem abwechslungsreichen Besuchsprogramm revanchieren durften. Dank der Unterstützung durch unseren Förderverein und die Böning-Stiftung gab es keine finanziellen Hindernisse für die Teilnehmenden.

Am 16. Februar starteten Deutschlehrerin Frau McCarty und ihre Englisch-Kollegin Frau Cooper mit 13 Schülerinnen und Schülern am Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport auf den Weg über den Großen Teich.

 

Nach einem Zwischenstopp in Amsterdam wurden sie dann begeistert am Flughafen Düsseldorf von uns empfangen und die Wiedersehensfreude war groß.

 

 

Am Samstagnachmittag standen schon die ersten „typisch deutschen“ lokalen Events an: einige fuhren zum Rot Weiß Essen Spiel und andere gingen „auf Schalke“.

 

        
 Ilias und Julian (Mitte) mit Ryan und Ryan  Spencer mit Tom und seinem Vater auf Schalke
     

Beim gemeinsamen Kaffeetrinken im Gemeindesaal, der uns freundlicherweise von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wurde, durften alle das abwechslungsreiche Kuchenbuffet und Waffeln sowie warme Getränke genießen.

 

     
     

Nach dem Besuch des Unterrichts am Montag ging es am frühen Abend in die Neolit-Kletterhalle zum Bouldern, was angesichts des regnerischen Wetters eine gute Entscheidung war. Das gemeinsame Austesten der eigenen Fähigkeiten machte allen viel Spaß und es wurden neue Talente entdeckt.

 

       
 Tommy, Charlie, Jemima und MaKiyah  Tom meisterte die Routen mit Leichtigkeit

Am Dienstag stand für unsere Gäste das Haus der Geschichte in Bonn auf dem Programm, wo Frau McCarty ihren Schüler*innen die deutsche Geschichte anschaulich näherbringen konnte. Nach einem Shopping-Zwischenstopp beim Haribo-Werksverkauf fuhren wir dann nach Königswinter, um den Drachenfels zu besuchen. Auch das Wetter war gnädig und die Fahrt mit der nostalgischen Drachenfelsbahn und die Aussicht vom Drachenfels boten schöne Ausblicke über das Siebengebirge und den Rhein. Es folgte die Besichtigung der Drachenburg mit einer englischsprachigen Tour, die ein echtes Highlight war.

 

 
Auch wenn die Sonne nicht schien, war es eine beeindruckende Aussicht auf Vater Rhein und das Siebengebirge.

 

      
Aufstieg zur Ruine hoch oben auf dem Drachenfels.  Die Drachenburg beeindruckte durch ihren Stilmix.

 

     
 Unser Tourguide erklärte die Baugeschichte und Stilrichtungen.  Der lange Gang mit den Mosaikfenstern vieler Persönlichkeiten
 
Interessante Einblicke in eine vergangene, elitäre Lebenskultur   Frau McCarty mit KJ, Spencer, MaKiyah und Aniyah

 

Nachdem die Führung in der Essener Synagoge am Mittwoch wegen einer Bombenentschärfung leider ausfallen musste, machten sich alle Austauschteilnehmer am Donnerstagmorgen auf den Weg nach Köln. Leider beinhaltete dies eine authentische Deutsche Bahn-Erfahrung, da wir länger auf unsere Züge warten mussten als wir in ihnen saßen (falls man einen Sitzplatz ergattern konnte).

Unsere Geduld wurde belohnt durch den beeindruckenden Anblick des Kölner Doms, dessen Turm von fast allen erklommen wurde. Natürlich war dies eine perfekte Location für ein weiteres Gruppenfoto.

 
Spencer, Tom, Louis, Anna und KJ bei bester Laune
 
Ethan mit seiner Austauschpartnerin Lia auf dem Turm des Kölner Doms.

 

Auch die Time Ride-Zeitreise ins Köln von 1925 war sehr interessant. Besonders die Fahrt mit der alten Bahn, bei der man dank Virtual Reality-Brillen in das Köln vor fast 100 Jahren zurückversetzt wurde, war ein interessantes Erlebnis.

 

    
     

 

Eine weitere Sportaktivität bildete das letzte Gruppen-Event in dieser aktivitätsreichen Woche: das Skifahren im Alpincenter Bottrop. Drei Skilehrer*innen standen uns zur Verfügung für die Anfänger, die sich sehr geschickt anstellten und bald ihre ersten kleinen Abfahrten machen konnten. Fortgeschrittene durften auch die längere Abfahrt nehmen und hatten viel Spaß beim Skifahren oder Snowboarden.

 

       
 Mena und Jemima zum ersten Mal auf Skiern.   MaKiyah bei einer ersten Übung

Der Samstag wurde von vielen noch einmal für gemeinsame Aktivitäten genutzt, bevor es abends zur Abschiedsfeier in das Vereinsheim der Kleingartenanlage Stauderstraße ging. Dank der abwechslungsreichen Speisen, welche die Gastfamilien mitbrachten, wurde bestens für das leibliche Wohl gesorgt. Neben typisch deutschen Frikadellen, Schnitzeln, Kartoffelsalat und Co. waren Herr Konziaks Pommes frisch aus der Fritteuse kulturübergreifend besonders beliebt.

 

 

 

Am nächsten Tag hieß es dann Abschied nehmen, denn unsere amerikanischen Gäste mussten den Flug zurück in die Heimat bekommen. Aber dieser Abschied wird sicher nicht für immer sein.

Viele der Teilnehmer sind so zusammengewachsen und haben Freundschaften geschlossen, die auch inn Zukunft bestehen bleiben werden.

So wie im Fall von Skyler und Sarah, die beide am Austausch im Jahr 2019 teilnahmen und sich jetzt erneut wiedersahen. Trotz der Pandemie waren sie in Kontakt geblieben. Vor ihrer Weiterreise nach Heidelberg traf Skyler nun ihren Bruder Mason in Essen, der dieses Mal dabei ist, und ihre ehemalige Gastfamilie Stegemann. 

Dies zeigt, wie bereichernd unser Austauschprogramm für beide Seiten sein kann.

 

Wir sind dabei!

 

Am Samstag, den 16. März 2024, wird ab 11 Uhr am Aalto-Theater eine Demonstration

aller Essener Schulen für Demokratie und Menschenrechte unter dem Motto 

stattfinden und alle Schüler*innen, Lehrer*innen, Eltern und Erziehungsberechtigte der Essener Schulen sind herzlich eingeladen, an dem Demonstrationszug teilzunehmen.

 

Diese Aktion wird organisiert von den SV der Goetheschule und des Grashof Gymnasiums. Sie startet um  11 Uhr  am Aalto-Theater führt zum Hirschlandplatz, wo es dann (wahrscheinlich gegen 12/12.30 Uhr) eine Abschlusskundgebung geben wird.

Unsere SV wird sich Gedanken machen über mögliche Slogans (Banner, Fahnen, Rufe). Dabei ist vor allem die  konstruktive Ausrichtung der Aktion wichtig, die sich klar für Demokratie und Menschenrechte einsetzt.

Wir hoffen auf eine hohe Beteiligung aller Mitglieder unserer Schulgemeinschaft!

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Prinzenstrasse

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für Jungen und Mädchen 
mit bilingualem deutsch-englischem Zweig 
Sekundarstufe I und II 

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