Im Bunde der Dritte

Schiller würde sich freuen: Die Stiftung des Gymnasiums Borbeck um Lothar Böning und Wolfgang Sykorra begrüßt mit Schulleiter Lars Schnor ein neues Vorstandsmitglied auf ihrer Jahressitzung.

In seiner Ballade „Die Bürgschaft“ lässt Friedrich Schiller den mächtigen Dionys die Bitte äußern, den Bund zweier loyaler Freunde zu komplettieren. Veraltete Thematik, die heute keinen mehr interessiert? Lothar Böning und Wolfgang Sykorra schütteln die Köpfe, denn ihre Stiftung hat sich gerade die Idee der Loyalität und des Beistandes zum Prinzip gemacht. Wann alles begann? Es war ein Jahr der Olympischen Spiele, Ludwig Erhard war Bundeskanzler, der 1.FC Köln wurde Deutscher Meister und zwei junge Männer namens Lothar und Wolfgang legten ihr Abitur am Gymnasium Borbeck ab. Es war – richtig, 1964.

Dem Abitur folgte bei beiden ein Studium, Promotion, langjährige Tätigkeiten als Arzt und Lehrer, später Schulleiter – das sind Biografien, wie sie sich auch heute viele Abiturienten  wünschen. Doch mit Fleiß und Arbeit ist es oftmals nicht getan, denn den weniger Begüterten bleiben auch im dritten Jahrtausend noch viele Türen verschlossen. Lothar Böning aber gehört nicht zu denen, die es geschafft haben und den Umstand sozialer Ungleichheit seither mit einem Achselzucken hinnehmen: Der erfolgreiche Arzt entschloss sich, seinem GymBo etwas zurückzugeben. Ein Präsent vielleicht? Eine Dankeskarte, ein neuer Anstrich oder eine … Stiftung?

Seit 2004 hat die Lothar-Böning-Stiftung ein Volumen von rund 250.000 Euro und konnte vieles bewegen, auch dank der finanziellen Unterstützung der Borbeckerin Magdalena Bisler. „Es werden schulisch-lokale Vernetzungsprojekte wie Stadtteilkonzerte, Theaterveranstaltungen und Lesewettbewerbe gefördert“, so Wolfgang Sykorra, der der Idee seines Freundes Böning als langjähriger Schulleiter des GymBo organisatorischen Feinschliff verlieh. Ebenso unterstützen Böning und Co. klassische Nachhilfeangebote, die Teilnahme an Austauschprogrammen in die USA und das europäische Ausland, internationale Schulwettbewerbe sowie Klassen- und Studienfahrten. „Wir leben an einem Ort von starker lokaler Identität, die Menschen von hier begreifen sich als Borbecker“, sagt Sykorra. „Wenn wir als Stiftung die Biografien unserer Kinder und Jugendlichen nur ein klein wenig positiv beeinflussen können, haben wir erreicht, was wir uns wünschen.“

Anno 1964, Jahr der Olympischen Spiele und des erfolgreichen Abiturs zweier bekannter Borbecker, war Lars Schnor noch nicht geboren – doch mit dem derzeitigen Schulleiter des GymBo haben sich Lothar Böning und Wolfgang Sykorra einen Dritten in die Runde geholt, der das GymBo als Altschüler multiperspektivisch kennt und wie sie den Borbecker Puls der Zeit erfühlen kann. „Die Stiftung ist mehr als nur eine erfreuliche Fügung“, sagt Schnor. „Sie zeigt, wer wir als Schule sind, woher wir kommen und was wir für unsere Schülerinnen und Schüler wollen.“ Und Schiller? Der würde einen solchen Dritten sicher jederzeit begrüßen.

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