Erinnerungen an die Anfänge des Atlanta-Austauschs

Ursula Westphal, die Lehrerin am GymBo von 1969 bis 2005 war und den Austausch etablierte, blickt anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Austauschs zurück. 

Im Jahr 1994 entschlossen sich die Schulleiter der Chattahoochee High School Atlanta/Georgia Dr. Burke und des Gymnasiums Essen Borbeck Dr. Sykorra einen Schüleraustauch ihrer beiden Schulen anzuregen. Gesagt, getan. Es war das vordigitale Zeitalter: die Vorbereitungen wie Termine, Programm, Unterbringung der Schüler/innen usw. liefen per Post (=Briefe, =Dauer 2-3 Wochen hin und her), per Telefon. Die amerikanische Seite rief grundsätzlich morgens (Ortszeit Atlanta) an, was bedeutete, dass die Ansprechpartnerin in Essen, Frau Westphal, aus dem Unterricht ans Telefon im Sekretariat geholt wurde… Aber trotz widriger Umstände kamen im Juni 1995  19 Amerikaner/innen in Begleitung zweier Lehrerinnen  in Essen an. Der Besuch wurde ein voller Erfolg, die Verständigung klappte bestens. Etwas heikel wurde es nur, wenn es um „ein Bierchen″ ging. Die deutschen Schüler durften es trinken, da über 16, die Amerikaner hier eigentlich auch, aber sie hatten eine Abstinenzklausel unterschrieben, die von Frau Grau, der amerikanischen Lehrerin, eisern überwacht wurde.

Der Gegenbesuch fand dann im Herbst 1995 in der Begleitung von Herrn Santesson (3x) und Frau Westphal statt. Auch dort ein eindrucksvoller Aufenthalt, der noch durch das Erlebnis eines Hurricanes unterstrichen wurde. Die Schüler/innen erlebten die riesige Schule (1500 Schüler/innen) und das Leben in den Familien teilweise als „Kulturschock“, den sie aber super bewältigten.

1. Austausch 1995

Der nächste Austausch folgte 1997, schon mit Faxgeräten, wobei die amerikanische Schule eines besaß, aber in Essen auf das Gerät mit endlos Papier einer Kollegin zurückgegriffen werden musste. Sie kam dann manchmal mit gefühlten 10 m Informationen in die Schule.

Beim Austausch 1998 war der Höhepunkt ein Besuch in den CNN Studios inklusive einer Talk Show, in der auch die deutschen Gäste befragt wurden

2000 nahmen dann drei Schulen am Austauschprogramm teil: Chattahoochee High (zum letzten Mal), Centennial High und North Springs High in Roswell. Mittlerweile korrespondierte man mit Mails. Das war eine Riesenerleichterung, obwohl rein privater Natur, denn beide Schulen hatten noch keine email Adresse. Dafür war die Fahrerei zwischen den drei Schulen für die begleitenden Lehrer Herr Weiß und Frau Westphal eine echte Herausforderung.

2002 ging es weiter, korrespondenzmäßig viel entspannter. Dieses Mal begleitete Frau Schulz neben Frau Westphal die Gruppe nach Roswell (Centennial) und Duluth (Northview). Aber beim Rückbesuch  der Amerikaner 2003 machte uns  die Politik einen Strich durch die Rechnung. Wegen des Irakkriegs wollten die amerikanischen Eltern ihre Kinder nicht nach Europa schicken.

Trotz aller Tücken ging es weiter, bis heute, obwohl auch in diesem Jahr höhere Gewalt im Spiel war: auf Grund  der Coronakrise konnte der Besuch der Partnerschule Centennial nicht stattfinden und statt des lang ersehnten Wiedersehens kam der Lockdown. Die Absage 2 Tage vor Abflug war eine bittere Enttäuschung für beide Seiten.

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr.

 

Aus Gesprächen mit ehemaligen Schülern/innen, die an dem Austausch beteiligt waren, ist zu entnehmen, dass die gegenseitigen Besuche, die Teilnahme am Unterricht, die Ausflüge inkl. Besuch beim Gouverneur von Georgia, das Leben in den Familien für alle von unschätzbarem Wert sind und das Verständnis für fremde Lebensweisen, Kulturen auf immer geprägt hat. Viele der Schüler/innen halten nach all den Jahren immer noch Kontakt zu ihren Austauschpartnern/innen.

Auf die nächsten Jahre!!!

Dank an die Kollegen/innen, insbesondere Frau Becker,  die das Projekt so erfolgreich weiterführen.

Essen, August 2020                                                              

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