Raketenstart in den neuen Lebensabschnitt

Sie betraten die volle Dreifaltigkeitskirche zur Musik von Europes Rockklassiker „The final countdown“ und man konnte durchaus irgendwie sagen, dass die GymBo-Uhr für sie heruntergelaufen war: Die Abiturientia des Jahrgangs 2023 schloss die Schulzeit – dieses zentrale, prägende Kapitel im Leben – an diesem heißen Tag im Juni endgültig und widerrufsfrei ab. 15-mal eine Eins vor dem Komma (einmal gar eine Eins Komma Null) und viele gute Abiturzeugnisse, bilinguale Bildungsbescheinigungen und naturwissenschaftliche Auszeichnungen waren dann eine von vielen Bilanzen der feierlich begangenen Zeugnisverleihung des GymBo zum Abschluss des Schuljahres 2022-23. 

Schulleiter Lars Schnor deutete den „final countdown“ in seiner Rede dann als etwas spezifisch Menschliches – stehe er doch für die Rituale und Initiationen rund um Abschied und Neubeginn. Der hochschulreife Rakenstart in einen neuen Lebensabschnitt sei dann der erste bedeutende in einer ganzen Sequenz von immer neuen Anfängen – Lebensentscheidungen, die die Biografie eines jeden immer wieder prägen würden. Doch neben dem Aspekt des Aufbruchs würdigte Schnor auch die Wichtigkeit der Reflexion: Bei allem Thrill, den neue Projekte mit ins Leben brächten, solle man manchmal aber auch innhalten – und nachdenken, was in der persönlichen und der geteilten Welt gerade besonders bedeutsam sei. Gymnasiale Bildung ermögliche dabei die Frage, worin denn diese wichtigen Dinge bestünden: „Bleiben Sie gegenwärtig“, riet der Schulleiter. „Interpretieren Sie Ihr Zeugnis auch als Auftrag und Aufgabe, unsere Gesellschaft voranzubringen – und ein wenig besser zu machen.“ Den Countdown, den er in seiner Rede immer wieder anzählte, brachte Schnor dann auch bewusst nicht zum Abschluss – denn auch manche Projekte des Lebens bleiben unabgeschlossen, transformieren sich zu neuen und entwickeln darüber neue Impulse für unsere Gemeinschaften.     

Bildung als zentralen Begriff im Leben rückten auch die Beratungslehrkräfte Katherina Oehler und Andreas Döring in den Fokus ihrer Rede – was bedeute eigentlich Bildung, konstituiere sie sich aus Gelerntem? Ist sie gar das Destillat menschlicher Erfahrungen? Oder ist Bildung das, was bei den Herausforderungen des Lebens weiterhilft? Wie sieht es aus mit Charakterbildung – ist das auch Bildung, und wie entsteht sie? Die Beratungslehrkräfte verwiesen hier besonders auf die Schwierigkeiten zunehmender Individualisierung, etwa durch die Pandemie und die daraus resultierende Dominanz digitaler Angebote im Leben vieler Jugendlicher. Letztlich identifizierten sie einen zentralen Aspekt von Bildung als die Erkenntnis des einzelnen Menschen, nicht allein auf der Welt zu sein - und schlugen somit den Bogen zurück zum Konzept reflexiven und auch rücksichtsvollen Handelns in der Gemeinschaft.

Massoud Haijat als Redner aus der Abiturientia ging es dann nach so viel philosophisch wertvoller Kost leichter an – er lobte den guten Zusammenhalt des GymBo und verwies darauf, dass es sich zurecht als „Schule ohne Rassismus“ begreifen könne. Auch die lange Durststrecke bis zur Fertigstellung der neuen Dreifach-Turnhalle, die nun in voller Schönheit für die nachfolgenden Generationen bereitstehe, habe die Abiturientia mit Persistenz und Geduld bewältigt.

Als es dann endlich die Zeugnisse gab und die Abiturient/innen stolz – in Kleid, Anzug und untermalt von ihrer Lieblingsmusik – für Fotografie und Videos posen konnten, zählte sich der Countdown, den der Schulleiter nicht bis zum Ende hatte herunterzählen wollen, dann von selbst auf Null – und markierte den Raketenstart in einen neuen Lebensabschnitt. Die GymBo-Musiker/innen aus Chor und Schulband intonierten dazu passend „Shut up and dance with me“.

 

Text: Sonja Klever

Fotos: Marcel Gibowski

 

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